Beruflicher Werdegang

Ulrich Gisi wurde 1946 in Basel geboren, wuchs in Wenslingen auf und durchlief die Schulen in Wenslingen, Gelterkinden und Basel, wo er nach Erlangung der Matura das Biologiestudium aufnahm, welches er 1974 mit dem Doktorat und der Dissertation “Überleben von Phytophthora cactorum im Boden” abschloss. Als wissenschaftlicher Assistent in Forschung und Lehre war er 1974 bis 1978 am Botanischen Institut der Universität Basel (Pflanzen- und Bodenökologie), 1978/79 an der University of California, Riverside, USA (Biologie von Phytophthora) und 1979/80 an der Agrobiologischen Forschungsstation von SANDOZ in Witterswil/SO (Produktion von Mykorrhiza-Pilzen) tätig. Von 1980 bis 2008 arbeitete er als Forschungsgruppenleiter bei der damaligen SANDOZ, dann NOVARTIS, jetzt SYNGENTA CROP PROTECTION, zuletzt im Biologieforschungszentrum in Stein/AG, wo er sich zu einem führenden Wissenschaftler in den Gebieten der Biologie und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Populationsbiologie von Pathogenen, Wirkungs- und Resistenzmechanismen von Fungiziden und der molekularen Diagnostik entwickelte. Während dieser Zeit war er auch als vielgefragter Referent und Mitorganisator an internationalen, wissenschaftlichen Kongressen beteiligt und als Berater von Universitäten, Behörden und landwirtschaftlichen Organisationen weltweit tätig. Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden 1986 mit dem „Silbernen Dreieck für unternehmerisches Handeln in Forschung und Entwicklung“ der SANDOZ und 2002 mit der Ernennung zum „Global SYNGENTA Research Fellow“ honoriert.

Parallel zu seiner Laufbahn in der Pflanzenschutz-Industrie war Ulrich Gisi an der Universität Basel tätig, wo er 1980 am Departement Integrative Biologie zum Privatdozenten und 1993 zum Ausserordentlichen Professor ernannt und mit Lehrverpflichtungen in Phytomedizin und Bodenökologie betraut wurde. Er erhielt 2009 zudem einen Ruf als Visiting Professor an die Technische Universität München für die Koordination eines EU Forschungsantrags in Integriertem Pflanzenschutz. Er betreute eine grosse Anzahl von Diplomanden, Doktoranden, Postdoktoranden und Sabbatical Fellows aus aller Welt (siehe Mitarbeiterliste) und unterrichtete an der Universität Basel bis zu seiner Pensionierung Ende 2011. Seit 2008 ist Ulrich Gisi ein viel gefragter Berater in Landwirtschaft und Bodenökologie für verschiedene Firmen (wie Syngenta, Dupont, Evolva), staatliche Organisationen (z.B. Crop Life International Brüssel, Bundesamt für Landwirtschaft BLW Bern, Environmental Protection Agency EPA Washington DC USA, Japanisches Ministerium für Landwirtschaft MAFF und Japanisches Parlament Tokyo nach der Tsunami Katastrophe 2011 in der Sendai/Fukushima Region) und zahlreiche Universitäten (wie Universität Torino Italien 2002-2012 und Humboldt Universität Berlin 2012/13). Er erhielt 2013 einen Ruf als Visiting Research Associate Professor an die Universität Torino, wo er bis 2018 wissenschaftliche Projekte begleitete und wurde 2013/14 als Kandidat zur Verleihung des internationalen Wolf Preises in Landwirtschaft gehandelt.

Ulrich Gisis wissenschaftliche Interessen liegen in Fachgebieten wie Pfanzenpathologie, Bodenökologie, Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Wirkungs- und Resistenzmechanismen von Fungiziden, Epidemiologie, Genetik, sowie Populations- und Molekularbiologie von Pflanzenpathogenen. Er publizierte über 200 wissenschaftliche Original-Beiträge in Fachzeitschriften, Reviewartikel, Buchkapitel und sieben Bücher (als Co-Autor oder Co-Editor), so “Bodenökologie”, “Advances in Downy Mildew Research”, “Recent Developments in Management of Plant Diseases” (siehe Publikationsliste).

 

 Privater Werdegang

Ueli Gisi wuchs in Wenslingen (BL) auf, lebte zwischenzeitlich in Frenkendorf (BL), Riverside (California, USA) und seit 1974 wieder in Wenslingen; er ist Vater von drei erwachsenen Töchtern und Grossvater von sechs Enkeln. Er engagierte sich in seiner Wohngemeinde in diversen Organisationen, so während vieler Jahre als Mitglied der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission und des Gemischten Chores (während über 30 Jahren), dessen Präsident er während 10 Jahren war. Er war 2017/18 Präsident der Pfarrwahlkommission Oltingen-Wenslingen-Anwil und ist seit kurzem Präsident der Fachkommission Zonenplan Landschaft der Gemeinde Wenslingen. Schon früh wurde im Elternhaus musiziert, seine Mutter Margrit war Klavierlehrerin, sein Bruder Peter erlernte das Klavierspielen und er selbst das Flötenspielen. Er wurde in Querflöte von Ernst Buser (Gelterkinden), Ursula Zeugin (Liestal) und Maya Schaufelbühl (Bremgarten) unterrichtet. Zahlreiche öffentliche Auftritte an verschiedenen Anlässen (Gottesdienste, Feiern, Hauskonzerte, Vernissagen) in diversen Kammermusikformationen (z.B. mit Sarah O’Brian Harfe, Aenni Marti, Peter Gisi u.a., Klavier) und als Solist mit ad-hoc Orchestern (z.B. Flötenkonzerte von Vivaldi, Stamitz, Mercadante) zeugen von seiner Begeisterung als Amateur-Musiker. Seit 1995 ist er erster Flötist des Orchesters Gelterkinden und seit 2009 zusätzlich dessen Präsident und Webmaster (www.orchestergelterkinden.ch). Er verfasste die Festschrift "100 Jahre Orchester Gelterkinden (1916-2016)".

Uelis Vater Hans Gisi war Bautechniker und betrieb einen Sägerei- und Zimmereibetrieb am Leimen- und Sagiweg in Wenslingen. Er errichtete neben seinem Wohnhaus 1951 einen grossen Lagerschopf, in welchem er die frisch geschnittenen Bretter zum Trocknen aufbewahrte. In akribischer Arbeit wurde das baufällige Gebäude 2008 bis 2010 renoviert und beherbergt heute im Obergeschoss das private Archiv am Leimenweg 81b Wenslingen (ALW). Als Veranstalter organisiert Ueli Gisi in loser Folge in den Räumlichkeiten kulturelle Anlässe wie Jazzkonzerte, Kammermusik-Konzerte, Filmabende, Bilderaustellungen, Lesungen, Vortäge, Kleintheater. Die Räumlichkeiten können auch für private Anlässe genutzt werden. Ueli Gisi verfasste unzählige Berichte in Zeitungen, für Vereine und das Schweizer Radio (“Freude an der Natur”) und versuchte sich auch als Lyriker, sein Gedicht “Geteiltes Wesen” wurde 2003 in Band VI der ”Nationalbibliothek des Deutschsprachigen Gedichtes” aufgenommen und 2005 zusammen mit 39 weiteren Gedichten im reich bebilderten Büchlein “Träume der Liebe – Spuren der Zeit” im R. Fischer Verlag publiziert.

Bild Ueli Gisi 2009